Der Spielraum

Unternehmensfinanzierung und Fördermittel für den Mittelstand

Eine Finanzierung scheitert selten am Vorhaben. Sie scheitert daran, wie es auf dem Tisch der Bank ankommt – oder daran, dass der Kaufvertrag schon unterschrieben war, als der Förderantrag gestellt wurde. Beides lässt sich vermeiden, wenn man früh genug darüber spricht.

Anlässe

Womit Betriebe hier ankommen

Diese Sätze fallen am Telefon. Was daraus wird, ist fast nie nur das Feld, mit dem der Anruf begann – aber der Einstieg ist immer ein konkreter Anlass.

  • „Wir brauchen eine neue Maschine."

    Aus einer Anschaffung wird ein Investitionsvorhaben: technische Auswahl, Förderung, Finanzierung, Logistik und Montage hängen zusammen.

  • „Die Bank hat abgelehnt."

    Meist eine Frage der Darstellung, nicht der Bonität. Wir sehen uns an, was gefehlt hat – und wer sonst noch infrage kommt.

  • „Gibt es dafür Fördermittel?"

    Häufiger, als gedacht. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Wer bestellt, bevor der Antrag läuft, verliert den Anspruch endgültig.

  • „Uns geht im dritten Quartal die Luft aus."

    Eine Liquiditätsplanung, die auch schlechte Monate abbildet – und die Verhandlung, die man führt, bevor das Konto rot ist.

  • „Wir bedienen sechs Darlehen bei vier Häusern."

    Gewachsene Finanzierungen sind selten die günstigsten. Eine Neuordnung schafft oft mehr Spielraum als eine weitere Zusage.

  • „Wir wollen einen Wettbewerber übernehmen."

    Kaufpreisfinanzierung, Bewertung und Absicherung des Übergangs – hier arbeiten Finanzierung und Strategie zwangsläufig zusammen.

Das Vorhaben so aufbereiten, dass die Bank es versteht

Der Firmenkundenbetreuer versteht Ihr Geschäft meistens. Der Entscheider im Hintergrund, dem die Unterlagen vorgelegt werden, sieht nur, was auf dem Papier steht. Genau dort entscheidet sich eine Finanzierung: an einer Kapitaldienstfähigkeit, die nachvollziehbar hergeleitet ist, an einer Planung, die nicht nur den guten Fall rechnet, und an einer Antwort auf die Frage, was passiert, wenn es anders läuft.

Ich stelle die Unterlagen so zusammen, wie sie auf der anderen Seite gebraucht werden: Vorhaben, Zahlenwerk, Planung mit Szenarien, Sicherheitenübersicht. Und ich gehe mit ins Gespräch. Nicht, um für Sie zu reden, sondern damit die Fragen, die dort kommen, sofort beantwortet sind statt in zwei Wochen per Mail.

Fördermittel: der Zeitpunkt entscheidet

Es gibt Programme der KfW, der Investitionsbank Sachsen-Anhalt, der Investitionsbank Berlin sowie aus Bundes- und EU-Mitteln: Zuschüsse, zinsverbilligte Darlehen, Bürgschaften, Beratungsförderung. Welches Programm passt, hängt vom Vorhaben, von der Betriebsgröße und vom Standort ab – und ändert sich regelmäßig.

Die eine Regel, die über alle Programme hinweg gilt: Der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens gestellt sein. Beginn heißt in den meisten Richtlinien nicht Lieferung und nicht Bezahlung, sondern der Abschluss eines Liefer- oder Leistungsvertrages. Wer die Maschine bestellt und danach fragt, ob es dafür Geld gibt, hat den Anspruch in aller Regel verloren.

Deshalb steht die Förderfrage bei mir am Anfang jedes Investitionsgesprächs. Sie kostet zehn Minuten und entscheidet regelmäßig über fünfstellige Beträge.

Das gilt auch für die Beratung selbst: Bund, Länder und EU fördern die Beratung mittelständischer Unternehmen mit einem Zuschuss auf das Honorar. Welches Programm greift, hängt auch vom Standort ab – in Sachsen-Anhalt gilt anderes als in Berlin. Was das für Ihr Vorhaben bedeutet, klären wir, bevor wir anfangen; auch hier muss der Antrag vor dem Start gestellt sein.

Liquidität planen, bevor sie knapp wird

Eine Liquiditätsplanung, die nur den erwarteten Verlauf abbildet, ist eine Fortschreibung, keine Planung. Nützlich wird sie erst, wenn sie beantwortet, was passiert, wenn der größte Kunde sechzig Tage später zahlt, wenn der Auftrag um ein Quartal rutscht – oder wenn beides zusammenfällt.

Das Ergebnis ist keine Tabellenschönheit, sondern ein Frühwarnsystem: Sie sehen, ab welchem Punkt es eng wird, und haben damit den Vorlauf, den jede Verhandlung braucht. Der Unterschied zwischen einem Bankgespräch drei Monate vorher und einem im roten Bereich ist nicht die Zahl – es ist die Verhandlungsposition.

Bestehende Finanzierungen prüfen und neu ordnen

Finanzierungen wachsen mit dem Betrieb: hier ein Darlehen für die Halle, dort ein Leasing für den Fuhrpark, dazu eine Kontokorrentlinie, die seit Jahren als Dauerkredit läuft. Jede Einzelentscheidung war zu ihrer Zeit richtig. In der Summe entsteht daraus oft eine Struktur, die zu teuer ist, zu viele Sicherheiten bindet und Laufzeiten hat, die nicht zur Nutzungsdauer passen.

Eine Bestandsaufnahme über alle Verträge zeigt in der Regel dasselbe Muster: gebundene Sicherheiten, die längst frei sein könnten, kurzfristige Mittel, die langfristige Anschaffungen tragen, und Konditionen aus einer anderen Zinsphase.

  • Beratungsförderung: Auch die Beratung selbst ist förderfähig – über Bund, Länder und EU
  • Sicherheitenspiegel: Was ist verpfändet, wofür, und in welcher Höhe noch valutierend?
  • Laufzeiten gegen Nutzungsdauern stellen
  • Kontokorrent umschulden, wo er dauerhaft in Anspruch genommen wird
  • Öffentliche Bürgschaften prüfen, wo Sicherheiten fehlen

Vor Ort

Finanzierung in Magdeburg und Berlin

Für Betriebe in Sachsen-Anhalt läuft vieles über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt und die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt, in Berlin über die IBB und die Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg. Die Programme unterscheiden sich, die Ansprechpartner erst recht. Beide Landschaften kenne ich aus der Praxis – das erspart die Runde, in der erst einmal herausgefunden wird, wer überhaupt zuständig ist.

Einzugsgebiet: Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg

+49 177 2392425
  • Büro Berlin

    Edisonstraße 63
    12459 Berlin

    Sitz der Gesellschaft

    Von Berlin-Schöneweide aus betreue ich Familienunternehmen in Berlin und im Brandenburger Umland – vom Handwerksbetrieb in Treptow-Köpenick bis zum Zulieferer im Speckgürtel.

  • Büro Magdeburg

    Bethanienstraße 1
    39114 Magdeburg-Cracau

    Nichtselbstständige Außenstelle

    Von Magdeburg-Cracau aus bin ich in ganz Sachsen-Anhalt unterwegs: Börde, Harz, Altmark und die Region Halle. Termine vor Ort im Betrieb sind hier die Regel, nicht die Ausnahme.

Häufige Fragen

Was zu Finanzierung am häufigsten gefragt wird

Die Antworten stehen bewusst vollständig da – auch die zu Kosten und Ablauf.

Wann muss ich Fördermittel beantragen?

Vor Beginn des Vorhabens – und Beginn heißt in den meisten Richtlinien der Abschluss des Liefer- oder Leistungsvertrages, nicht Lieferung und nicht Bezahlung. Wer die Maschine bestellt und danach fragt, ob es dafür Fördermittel gibt, hat den Anspruch in aller Regel verloren. Deshalb gehört die Förderfrage an den Anfang jedes Investitionsgesprächs.

Welche Fördermittel gibt es für Unternehmen in Sachsen-Anhalt und Berlin?

In Sachsen-Anhalt laufen die meisten Programme über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt und die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt, in Berlin über die Investitionsbank Berlin und die Bürgschaftsbank Berlin-Brandenburg, bundesweit über die KfW; dazu kommen Mittel aus EU-Programmen. In Betracht kommen Zuschüsse, zinsverbilligte Darlehen, Bürgschaften und Beratungsförderung. Welches Programm passt, hängt vom Vorhaben, von der Betriebsgröße und vom Standort ab – und die Konditionen ändern sich regelmäßig.

Die Bank hat meine Finanzierung abgelehnt. Was jetzt?

Zuerst herausfinden, woran es tatsächlich lag – das ist selten die Bonität und häufig die Darstellung. Fehlende Planungsrechnung, eine Kapitaldienstfähigkeit, die nicht hergeleitet ist, oder ein Vorhaben, das der Entscheider im Hintergrund nicht versteht: Das sind die üblichen Gründe. Danach entscheidet sich, ob dieselbe Bank mit besseren Unterlagen erneut angesprochen wird oder ob ein Förderinstitut, eine Bürgschaft oder ein anderes Haus der richtige Weg ist.

Begleiten Sie mich zum Bankgespräch?

Ja. Ich bereite die Unterlagen vor und gehe mit – nicht, um für Sie zu reden, sondern damit Rückfragen sofort beantwortet sind statt in zwei Wochen per Mail. Das verkürzt Entscheidungswege erheblich.

Welche Unterlagen braucht die Bank für eine Investitionsfinanzierung?

In der Regel: die letzten beiden bis drei Jahresabschlüsse, die aktuelle BWA mit Summen- und Saldenliste, eine Planungsrechnung über die Laufzeit, eine Herleitung der Kapitaldienstfähigkeit, eine Sicherheitenübersicht und eine Beschreibung des Vorhabens samt Angeboten. Vollständigkeit vor dem ersten Termin ist der Unterschied zwischen einer Entscheidung in drei Wochen und einer in drei Monaten.

Was passiert im ersten Gespräch?

Sie schildern Ihre Situation, ich stelle Fragen und sage Ihnen anschließend ehrlich, ob ich der Richtige bin. Das erste Gespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen – Umfang, Ablauf und Konditionen einer möglichen Zusammenarbeit werden erst danach schriftlich festgehalten. Wenn ein anderer besser passt, sage ich das und nenne, wer.

Was kostet eine Unternehmensberatung bei Ihnen?

Das hängt vom Umfang ab und wird vor Beginn schriftlich vereinbart – ohne Überraschungen auf der Rechnung. Eine Standortbestimmung ist ein überschaubares, klar begrenztes Paket; eine mehrjährige Begleitung durch eine Nachfolge ist etwas anderes. Wichtig für die Kalkulation: Beratungsleistungen sind förderfähig. Ein Teil des Honorars lässt sich über Programme von Bund, Ländern und EU abdecken – das klären wir, bevor wir anfangen.

Wird die Beratung selbst gefördert?

Ja, Beratungsleistungen sind förderfähig. Es gibt Programme auf allen drei Ebenen – vom Bund, von den Ländern und aus EU-Mitteln –, die die Beratung mittelständischer Unternehmen mit einem Zuschuss auf das Honorar unterstützen. Die Höhe hängt von Programm, Betriebsgröße und Anlass ab, und die Landesprogramme unterscheiden sich: In Sachsen-Anhalt gilt anderes als in Berlin. Welches Programm in Ihrem Fall passt, prüfen wir deshalb vor Beginn – wie bei jeder Förderung muss der Antrag vor dem Start gestellt sein.

Alle Fragen und Antworten

Hängt zusammen

Die anderen drei Felder

Eine Entscheidung in einem Feld verändert die anderen zwangsläufig. Deshalb liegt am Ende immer ein Gesamtbild auf dem Tisch, egal womit begonnen wurde.

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